Was ist das schultergelenk für ein gelenk

Nicole Wendler ist promovierte Biologin aus dem Bereich Onkologie und Immunologie. Als Medizinredakteurin, Autorin und Lektorin ist sie für verschiedene Verlage tätig, für die sie komplizierte und umfangreiche medizinische Sachverhalte einfach, prägnant und logisch darstellt.

Beim Schultergelenk spricht man auch von einem muskelgesicherten Gelenk, da es – anders als das durch starke Bänder stabilisierte Kniegelenk – vorwiegend von zahlreichen Muskeln gehalten wird. Zur Schultermuskulatur gehört vor allem die Rotatorenmanschette – eine Gruppe aus vier Muskeln und ihren Sehnen, die am Schulterblatt entspringen, wie eine Manschette das Schultergelenk umschließen und am Kopf des Oberarmknochens ansetzen. Ein weiterer wichtiger Muskel des Schultergelenks ist der am Schaft des Oberarmknochens sitzende lange Kopf des Bizepsmuskels (Musculus biceps brachii).

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk in unserem Körper. Der Preis für diese große Beweglichkeit ist, dass das Kugelgelenk nicht so stabil ist wie andere Gelenke im Körper. Trotz mehrere Muskeln und Bänder zur Stabilisierung endet daher ein Sturz auf die Schulter nicht selten mit einem ausgekugelten Gelenk. Lesen Sie hier alles Wichtige über das Schultergelenk!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Rund um das Schultergelenk sind einige Schleimbeutel positioniert. Als Puffer verhindern sie, dass beim Bewegen der Arme Knochen auf Knochen reibt. Insbesondere der Schleimbeutel unter dem Schultergelenksdach (Bursa subacromialis) und jener zwischen Deltamuskel und Schultergelenk (Bursa subdeltoidea) werden beansprucht.

Das Schultergelenk verbindet den Arm mit dem Rumpf. Weil das Kugelgelenk so beweglich ist, kann der Arm in alle Richtungen gedreht werden: Er lässt sich nach vorne und nach hinten schwingen (Ante- und Retroversion), abspreizen und heranführen (Abduktion und Adduktion) sowie nach innen und außen drehen (Innen- und Außenrotation). Notwendig für diesen großen Bewegungsumfang sind auch die beiden benachbarten Gelenke: das Sternoklavikulargelenk (Gelenkverbindung zwischen Brustbein und Schlüsselbein) und das Akromioklavikulargelenk (Gelenkverbindung zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein). Sie sind wichtige Ansatzstellen für die Schultermuskulatur.

Zusätzlich zu diesen Muskeln unterstützen einige Bänder und Sehnen, die vom Oberarmkopf zum Schulterblatt ziehen, den Bewegungsablauf. Eine wichtige Rolle spielen hier vor allem drei Bandstrukturen an der Vorderseite (Ligamentum glenohumeralia superius, mediale und inferius) sowie ein Band im oberen Bereich (Ligamentum coracohumerale).

Das Schultergelenk (Articulatio humeri, Humeroskapulargelenk) bildet zusammen mit Schulternebengelenken, Schlüsselbein (Klavikula), Schulterblatt (Skapula) sowie Muskeln, Sehnen, Bändern und Schleimbeuteln die Schulter. Es ist die Verbindungsstelle von Oberarm (Humerus) und Schulterblatt. Genau genommen treffen an dieser Stelle der Kopf des Oberarms und die längliche, konkave Gelenkpfanne der Skapula aufeinander. Die Gelenkpfanne ist mit Knorpel überzogen, der am Außenrand eine wulstige Umrandung bildet (Labrum glenoidale). Diese Knorpellippe sorgt dafür, dass der relativ große Gelenkkopf des Oberarms stabiler in der deutlich kleineren und recht flachen Gelenkpfanne liegen kann. Das Gelenk wird von einer relativ dünnen Gelenkkapsel umschlossen.

Das Schultergelenk ist die Verbindungsstelle von Oberarmknochen (Humerus) und Schulterblatt.