Schulterschmerzen faszien

Dieser Prozess ist auch unter dem Begriff „Fight-or-Flight-Mechanismus“ bekannt. In unserem vorangegangenen Artikel erfährst du Ausführlicheres darüber. Dort haben wir auch ein paar Tipps hinterlegt, wie Du Stress effektiv vorbeugen kannst.

Bereits eine einzige verklebte Faszie kann Auswirkungen auf den gesamten Körper haben und zu Bewegungseinschränkungen führen. Deswegen ist es wichtig, Deine Faszien etwa 2-3 mal die Woche à 10 Minuten zu trainieren, bevor sie anfangen, zu verhärten und Schmerzen hervorzurufen.

Gemeinsam gehen wir auf eine kleine Entdeckungsreise und tauchen in das jahrelang unergründete Gebiet der Faszien ein. Um zu verstehen, welchen enormen Einfluss Faszien auf Deine Rückenschmerzen haben, ist es zunächst wichtig, einen grundlegenden Überblick über die Funktion der Faszien zu schaffen.

Stressreduzierung kann sehr wirksam gegen Rückenschmerzen sein. Denn leidest Du unter chronischem Stress, sind Deine Faszien dauerhaft angespannt. Die Konsequenz: Chronische Rückenschmerzen, die insbesondere durch verklebte Faszien verursacht werden.

Die Laufbahnen der Faszien

Hast Du schon mal eine Schweinekotelett zubereitet? Dann sind Dir die zähen weißen Fäden am Fleischstück sicherlich schon mal aufgefallen. Das sind Faszien.

Häufiger Auslöser von Rückenschmerzen sind verklebte Faszien. Die Ursachen sind längst nicht mehr alleinig bei Wirbel-, Bandscheiben-, oder Muskelverletzungen zu suchen.

Während des Laufens oder Springens ziehen sich Deine Faszien beispielsweise auseinander und wieder zusammen. Durch die Dehnspannung wird zusätzlich Kraft erzeugt, welche von Muskel zu Muskeln übertragen werden. Dadurch kann Dein Körper noch mehr Kraft ausüben.

Durch das Faszientraining kannst Du lange fit bleiben und Deinen Körper straff halten. Und das beste ist: Faszienübungen lassen sich perfekt zu einem bisherigen Muskeltraining ergänzen.

Eine sehr effektive Methode zur Schmerzbehandlung, die ich seit sechs Monaten erfolgreich anwende ist das Faszien Distorsions Modell nach Typaldos.

Da Faszien wie jedes andere Körperteil verletzt werden können, gilt es durch zielgerichtetes Training Verletzungsprävention zu betreiben. Übungen/Methoden die ich anwende sind einfach und schnell umsetzbar. Sie sind für mich in der täglichen Arbeit mit meinen Klienten als Trainer sowie Körpertherapeut nicht mehr wegzudenken.

– und eine tiefe Faszienschicht (Fascia profunda)

„Das FDM ist ein anatomisches Modell, in dem Verletzungen oder andere Krankheitsbilder unter Zuhilfenahme der Körpersprache auf ein oder mehrere von sechs spezifischen Distorsionen (Verdrehung) der Faszien zurückgeführt werden.“

In den tiefen Faszienschichten werden die Muskeln zu funktionellen Einheiten organisiert. Innerhalb des Muskels bilden die Faszien stützende Trennwände (Septen).

Faszienstrukturen mit Hilfe einer Schaumstoffrolle (bspw. BlackRoll oder GRID). Vergleichbar mit dem Ausrollen eines Pizzateigs, werden Faszienverklebungen (Teigverdickungen) glatt gerollt, um so eine verbesserte Gleitfähigkeit zu erreichen. Im Unterschied zum Pizzateig liegt man auf der Rolle und nicht unter ihr. Neben Schaumstoffrollen gibt es auch Bälle, mit denen gezielt und punktuell kleine harte Verspannungen/Triggerpunkte aufgelöst werden.

Um die Relevanz der Faszien zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Ausflug in die Anatomie.

Neben der Kraftübertragung und Stabilität haben die Faszien auch eine Transportfunktion. Zwischen den Faszien wird Lymphflüssigkeit abgeleitet. Die Lymphe enthält dabei neben Abbauprodukten aus den Zellen, auch wichtige Aufbauprodukte für die Zellen. Kommt es zu Verspannungen im Körper besteht die Gefahr, dass sich die Lymphflüssigkeit staut, wodurch Faszien verkleben können. Durch ein Verkleben und Verhärten der Faszien wird die Kraftübertragung gehemmt.

Schulter ( Impingment-Syndrom, Frozenshoulder. )

„Erstmal bin ich reingegangen mit meinem Ellenbogen, habe ihm richtig wehgetan. Das ist schon so eine latente Entzündung im Muskel. Durch diese dauernde Überlastung. Allein, weil ich jetzt mich mit mechanischem Druck rein gebe und das Wasser in den Faszien-Taschen so ein kleines bisschen hin- und her drücke wie in so einem Wasserbett, dadurch tue ich was gegen die Entzündung. Und wir haben dann wirklich geübt, dass man die Schultern beim Gehen auch wirklich mit bewegen kann, so ein bisschen wie die Arme.“

In Heidelberg stießen Biomediziner auf Nervenzellen in den Faszien, das heißt sie wirken wie ein Sinnesorgan im Körperinneren.

Auch moderne bildgebende Verfahren können inzwischen die Beschaffenheit der Faszien abbilden. Forscher der Ulmer Uniklinik kooperieren mit Heike Jäger und beteiligen sich an der aktuellen Studie. Mit einem speziellen Ultraschallgerät geben sie so genannte Scherwellen ins Gewebe ab und können so auch die Faszienhülle von inneren Organen genauer untersuchen. Mithilfe dieser Ultraschall-Elastographie werten die Wissenschaftler gerade die Messdaten der Schilddrüse, der Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren und Milz ihrer Probanden aus.

„Und nach ein bis zwei Jahren hat sich so Ihr gesamter Faszienkörper erneuert – und verjüngt.“

Robert Schleip hat extra ein spezielles Videoprogramm erstellt. Zusammen mit seiner Kollegin Divo Müller präsentiert er ein Faszientraining für alle – nach fünf Grundprinzipien:

„Wenn ich einen Anpressdruck von 0,1 Newton aufs Gewebe habe, löst das Gerät weitere Impulse aus. Infolge dieser Kraft auf das Gewebe schwingt das Gewebe in den ersten 400 Millisekunden in einer bestimmten gedämpften Schwingung aus.“

„Wir sind ja nicht nur Bahnradsportler, sondern auch Kraftsportler. Wir bewegen sehr, sehr viel Gewichte, somit kommt es immer zu einer Verhärtung der Muskulatur und auch in dem Bindegewebe herum. Und oftmals ist es notwendig, diese Muskulatur relativ schnell auch wieder zu entspannen, um auch wieder die Regeneration zu fördern.“

Faszien können also Muskeln entlasten. Durch ihren Katapult-Mechanismus arbeiten sie wie eine Sprungfeder: Sie spannen sich, speichern Energie und setzen diese wieder frei. So entsteht eine Kraft, die um ein Vielfaches größer ist als unsere Muskelkraft. Wie bei einem Känguru, das weiter springen kann, als es seine Muskeln eigentlich zulassen. Dadurch wird viel Muskelarbeit und in der Folge Energie gespart. Elastische Faszien wirken außerdem zurück auf die Muskulatur, eine Faszien-Massage kann dort Verhärtungen lösen oder Überlastungen ausgleichen.

Fink: „Eine schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglichkeit. Und das ist etwas, was Patienten oft mehrere Jahre begleitet und wo die konventionelle Schulmedizin nicht so recht Rat weiß. Das muss man einfach zugeben. Und auch mit den klassischen Behandlungsverfahren in meinem Fachbereich physikalische und rehabilitative Medizin lässt sich das auch nicht wirklich souverän in Griff bekommen.“