Knorpelschaden sprunggelenk nach unfall

Die Beschwerden bestehen aus Schmerzen v.a. bei Belastung die meist als dumpfer, tiefer Gelenkschmerz beschrieben werden. Außerdem kommt es oft zu Schwellungen mit Gelenkergüssen, sowie zur Einschränkung von Bewegung und Belastbarkeit.

Zunächst sollten soweit als möglich Risikofaktoren wie z.B. Übergewicht, belastende Sportarten, Bandinstabilitäten usw. ausgeschaltet werden. Außerdem kann durch Physiotherapie das Sprunggelenk stabilisiert werden. Zusätzlich können Schmerzmittel und Schuheinlagen verwendet werden.

Abbildung 1: Schematische Darstellung eines Knorpelschadens am Sprungbein. Die Schäden am Knorpel werden entsprechend ihrem Ausmaß in verschiedene Schweregrade eingeteilt.

Abbildung 2: Intraoperative Darstellung einer Mikrofraktuierung am Sprungbein im Rahmen einer Arthroskopie. (A) In einem ersten Schritt wird der Knorpeldefekt dargestellt und geglättet. Anschließen Einbringen des Chondropics. (B) Nun wird dieser Eingeschlagen. Durch das Loch im Knochen kann nun stammzellreichens Blut in den Defekt fließen. Im Verlauf bildet sich daraus ein Ersatzknorpel.

Ist der Knorpelschaden größer oder besteht zusätzlich ein tiefer Knochendefekt, wird zunächst der geschädigte Knorpel im Rahmen einer offenen Operation entfernt. Wenn nötig wird dann der knöcherne Defekt mit körpereigenen Knochen (z.B. aus Fersenbein oder Schienbeinkopf) aufgefüllt. Wenn kein Defekt vorhanden ist, wird der Knochen angebohrt (Mikrofrakturierung s.o.). Anschließend wird eine Kollagenmembran passgenau aufgebracht und mit Gewebekleber fixiert.

Kleinere Knorpelverletzungen können in der Regel arthroskopisch, also minimalinvasiv durch eine Gelenkspiegelung operiert werden. Zuerst werden die losen Knorpelteile entfernt und anschließend der darunterliegende Knochen angebohrt (Mikrofrakturierung) (Abbildung 2). Dadurch sollen Stammzellen aus dem Knochenmark in den geschädigten Bereich wandern und dort Ersatzknorpel bilden.

Untersucht werden die Fußform, die Beinachsen, das Bewegungsausmaß des Sprunggelenks, sowie die Stabilität des Bandapparates und die Druckschmerzhaftigkeit.

Die Verletzung von Knorpelgewebe wird als Knorpelschaden (Chondrosis) bezeichnet. Dieser geht häufig mit einer Veränderung des darunter liegenden Knochens einher und wird dann Osteochondrose genannt. Lösen sich Stücke aus Knochen und Knorpel aus der Gelenkfläche und bilden sogenannte freie Gelenkkörper wird dies als Osteochondrosis dissecans bezeichnet.

Zudem werden Röntgenaufnahmen des Sprunggelenks angefertigt. Im Röntgenbild sind aber nur die knöchernen Verletzungen sichtbar. Deswegen wird meist zusätzlich eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt. Diese erlaubt eine genauere Beurteilung des Gelenkknorpels und der Begleiterkrankungen des Gelenkes.