Kniegelenkserguss akupunktur

Das Wissenschaftler-Team um Rana S. Hinman von der School of Health Science der Universität Melbourne untersuchte die Wirkung von Nadel- und Laserakupunktur bei chronischen Knieschmerzen. Dabei informierten sie die Probanden zunächst nicht darüber, dass sie an einer Studie teilnahmen, um ihre Unvoreingenommenheit zu gewährleisten.

An der Studie von Februar 2010 bis Dezember 2012 nahmen 282 Patienten über 50 Jahren teil, die an chronischen Knieschmerzen litten und Arthrose hatten. Zunächst waren sie einverstanden an einer Beobachtungsstudie teilzunehmen. 71 teilte man dann ohne ihr Wissen der Kontrollgruppe zu, 141 wurden entweder zu Laser- oder Schein-Laserakupunktur zugeteilt und 70 Patienten erhielten wissentlich eine Nadelakupunktur.

Die Resultate unterstützen somit die Arthrose-Leitlinien der American Academy of Orthopaedic Surgeons und anderer Organisationen, die sich ebenfalls gegen Akupunktur aussprechen. Die Studienautoren weisen allerdings darauf hin, dass ihre Ergebnisse sich nicht auf andere Anwendungsgebiete der Akupunktur übertragen lassen. Ihre sprächen nur für die Diagnose Arthrose im Knie.

Nadeln im Knie: ist die Akupunktur gegen Schmerzen wirkungslos? Foto: pa/dpa Themendienst

Kann die Akupunktur chronische Schmerzen bei Arthrose im Knie lindern? Australische Forscher haben dies jetzt getestet.

Die Akupunktur verbesserte auch nicht die Befindlichkeit oder die Lebensqualität im Vergleich zu denen, die mit Schein-Akupunktur therapiert wurden oder gar keine Behandlung erhielten.

Das Ergebnis ihrer Untersuchung: Weder Laser- noch Nadelakupunktur konnten in zwölf Wochen die Knieschmerzen und die damit verbundenen Funktionseinschränkungen der Probanden im Vergleich zur Schein-Laserakupunktur auffallend verbessern.

Wegen ihres eindeutigen Ergebnisses – weder Laser-, noch Nadelakupunktur waren wirksamer als Scheinakupunktur oder gar keine Behandlung – sind die Forscher der Meinung, dass eine Akupunktur bei chronischen Knieschmerzen für Patienten über 50 Jahren nicht zu befürworten ist.

Allerdings wirkten beide Akupunktur-Verfahren im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne jede Akupunktur ein wenig. Doch waren nach einem Jahr die Unterschiede nicht mehr sichtbar.

Methoden: trockenes Schröpfen, intermittierendes Schröpfen, Schröpfmassage, blutiges Schröpfen.

Indirekte Moxibustion: Hier wird ein Medium zwischen Moxa und Haut verwendet, i.d.R. eine frische, dünne Ingwerscheiben oder Knoblauchscheibe, die zuvor mit einer Nadel mehrfach durchstochen wird, damit kleine Poren entstehen. Diese Scheiben fungieren als ideale Leiter.

Moxazigarre: Moxa in Form einer Zigarre mit der Metzode des „pickenden Vogels“, also kurz über einen Punkt halten, dann ein Stück weitergehen. Sehr geeignet bei Sickerblutungen und um eine Drehung des Kindes in der Spätschwangerschaft aus Beckenendlage herbeizuführen.

Ist eine sehr wirksame Behandlungsmethode bei Muskel- und Knochenschmerzen. Die Methode wird lokal, an der Stelle des Schmerzes, angewandt. Sie ist besonders gut geeignet für die Behandlung von feuchten (z.B. Kniegelenkserguss) oder fixierten Schmerzen die durch lokale Flüssigkeitsstagnation in inneren Organen ausgelöst werden.

Einsatzgebiete: Lokale Feuchtigkeit, bei Schmerzen zu Beginn von Bewegungen, die erst im weiteren Verlauf nachlassen (Anlaufschmerzen), auf Schleimbeuteln, bei Druckschmerzen.

Anwendung: Narbenbehandlung, Erwärmen einzelner Akupunkturpunkte.

Die zerstossenen Blätter der Artemisia vulgaris (Beifußkraut) wird zu Moxawolle zerstossen und kann auf vielfältige Art verwendet werden.

Anwendungsgebiete: Kälteerkrankungen, z.B. Durchfall, auch chronisch (M. Crohn, Colitis ulcerosa, Reizkolon). Lokal und bei Kälte oder Feuchtigkeitsstörungen der Haut (z.B. Warzen, Scheckhaut-Vitiligo).

Direkte Moxibustion: Reiskorngroßes Moxa wird mit Balsam auf die Haut geklebt, mit einem Räucherstäbchen (ebenfalls aus Moxakraut) angezündet, und brennt langsam ab, ist die Hitze intensiv, wird der Kegel entfernt.

Die Hauptmeridiane werden in Yin- und Yang-Meridiane unterschieden. Yin und Yang stellen nach der Lehre des TCM gegensätzliche Prinzipien und Qualitäten dar, die in jedem Lebewesen enthalten sind. So entspricht Yang zum Beispiel dem Tag, der Sonne und dem Himmel. Yang besitzt männliche Energie, entspricht der linken Gehirnhälfte, bedeutet Fülle und ist den Organen Gallenblase, Dünndarm, Magen, Dickdarm und Herz zugeordnet. Yin ist das weibliche Element, entspricht der Erde und der Nacht, steht für die rechte Gehirnhälfte und beeinflusst die Organe Leber, Herz, Milz, Lunge und Niere. Yin-Meridiane sind der Herzmeridian, Nierenmeridian, Lebermeridian, Lungenmeridian, Milz-Pankreas-Meridian und Perikardmeridian. Zu den Yang-Meridianen gehören der Dünndarmmeridian, Blasenmeridian, Gallenmeridian, Dickdarmmeridian, Magenmeridian und der Dreifach-Erwärmer-Meridian.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin, in der die Akupunktur zuhause ist, wird von Lebensenergie als dem sogenannten Qi (gesprochen „Tschi“) gesprochen. Hier ist Qi die Basis allen Lebens. Qi kommt nach der Lehre der TCM im Makrokosmos, das heißt, überall im Universum vor, aber auch im Mikrokosmos, also in jedem menschlichen Körper, fließt das Qi. Diese Art von Lebenskraft strömt nach der chinesischen Lehre in bestimmten Bahnen durch den Körper und sammelt sich zudem in allen Organen. Die Energiebahnen werden als Meridiane bezeichnet. Qi ist als eine Art Transportmedium zu verstehen, das schützt, eine Kontrollfunktion besitzt, für Wärme und für Nahrung sorgt.

Die Akupunktur-Behandlung beeinflusst das Nervensystem, sowohl das vegetative als auch das periphere. Sie beeinflusst den Blutfluss im Körper, hat stimulierende oder sedierende Auswirkungen auf das Hormonsystem. Die Akupunkturnadeln treffen auf Nervenzellen. Diese werden durch den Druck angeregt und geben Impulse an das Rückenmark weiter, bestimmte Substanzen werden ausgeschüttet, die zum Beispiel eine schmerzstillende oder anti-entzündliche Wirkung haben können. Ebenso wurde festgestellt, dass bei einer Akupunktur-Therapie die Produktion von Serotonin und Glucocorticoiden beeinflusst werden kann. Serotonin gehört zu der Gruppe der Neurotransmitter. Es regelt die Körpertemperatur, den Schlaf und hat Einfluss auf das Gefühlsleben. Glucocorticoide gehören zu den Steroidhormonen und haben neben vielfältigsten Aufgaben eine anti-entzündliche und anti-allergische Wirkung.

Bei schwachen Personen und Kindern unter zwölf Jahren wird die Akupunktur im Allgemeinen nicht angewandt. Der Einsatz bei einer Schwangeren muss sehr kritisch betrachtet werden.

Auf den Hauptmeridianen sind circa 400 Akupunkturpunkte angeordnet. Um diese aufzufinden, richten sich Therapeuten nach genauen, topographischen Zuordnungen. Die Akupunkturpunkte werden klassifiziert in Alarmpunkte, antike Punkte, Zustimmungspunkte, Durchgangspunkte und Quellpunkte. Alarmpunkte reagieren, wie der Name schon sagt, meist auf Druck mit Schmerz. Sie befinden sich in der Nähe eines Organs und können schon frühzeitig auf ein krankhaftes Geschehen deuten. Antike Punkte werden die Anfangs- oder Endpunkte der Meridiane genannt. Zustimmungspunkte liegen auf dem Blasenmeridian. Diese Punkte haben Einfluss auf die verschiedensten Organe und Gewebe. Sie werden zusätzlich in die Behandlung mit einbezogen. Wenn zum Beispiel der Darm erkrankt ist und deshalb Punkte des Dünndarmmeridians für die Behandlung herangezogen werden, sind noch zusätzlich Zustimmungspunkte auf dem Blasenmeridian wichtig.

In der TCM werden zwölf Hauptmeridiane von acht Nebenmeridianen unterschieden. Die Hauptmeridiane sind mit den inneren Organen und den Gliedmaßen verbunden. Die Nebenmeridiane sind nicht eindeutig zuzuordnen und stellen auch keinen geschlossenen Kreislauf dar.

Der TCM zufolge existieren verschiedene Arten des Qi. So gibt es ein Ursprungs-Qi, das in der vorgeburtlichen Zeit, im Mutterleib herrscht. Diese Lebensenergie sorgt für Wärme und eine gesunde Entwicklung des Körpers. In der Milz wird, nach der Lehre des TCM, aus Nahrung das sogenannte Nahrungs-Qi erstellt. Dies ist bedeutsam für die Energie des Körpers und versorgt vor allem die inneren Organe und den Bewegungsapparat. Ein weiteres Qi ist das Atmungs-Qi, das der Mensch durch die Atemluft aufnimmt und welches dann im Körper zu Lunge und Herz gebracht wird. Das klare Qi ist die Lebensenergie der Natur, die wir ebenfalls mit der Atmung in uns aufnehmen. Das Qi, welches dann in den Meridianen, den Energiebahnen des Körpers fließt, wird als Wahres Qi bezeichnet. Wahres Qi versorgt alle Organe.

Hier hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestimmte Einsatzgebiete für eine Akupunkturbehandlung festgelegt. Dies sind neurologische und orthopädische Erkrankungen, Erkrankungen des Verdauungstraktes, sowie des Mundes und der Atmung. Die Akupunktur wird auch bei gynäkologischen Beschwerden eingesetzt. Häufig kommt sie bei der Schmerzbehandlung zum Einsatz und kann bei einer Operation benötigtes Narkosemittel reduzieren. Auch Beschwerden wie Ohrensausen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen lassen sich unter Umständen mit Akupunktur erfolgreich behandeln.

Zuerst wird anhand einer ausführlichen Anamnese das herrschende Ungleichgewicht im Körper des Patienten ermittelt. Daraus resultieren dann die gewählten Akupunkturpunkte, die für eine erfolgreiche Behandlung nötig sind. Diese werden mit Hilfe feiner, dünner Nadeln akupunktiert. Das bedeutet, dass in die gewählten Punkte mit den feinen Akupunkturnadeln eingestochen wird. Je nachdem, ob es sich um einen Fülle- oder Leere-zustand handelt, wird die Nadel nach rechts oder links gedreht. Dieses Prinzip beruht auf überlieferten Erkenntnissen aus der Traditionellen chinesischen Medizin.