Kniegelenksarthrose hyaluronsäure

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Dr. med. Lothar M. Kirsch

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Blog von Dr. med. Lothar M. Kirsch / 祁建德 // Rheumatic Diseases / Fibromyalgia / Travels / Languages / Poetry

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Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Physikalische Therapie

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Durch den Einsatz von intraartikulären Injektionen mit Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose in das betroffene Gelenk – Hyaluronsäure ist von Natur aus in der Gelenkflüssigkeit vorhanden – soll die Knochen geschmeidiger machen und dafür sorgen, dass die Knochen wieder besser ineinander greifen können. Weiters soll die Hyaluronsäure die Belastung, die auf die Gelenke ausgeübt wird, etwas abfedern.

Gonarthrose oder auch Kniegelenksarthrose ist der – vorzeitige – Verschleiß bzw. Abrieb der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenks, daraus resultieren in fortgeschrittenen Stadien eine starke Leistungsminderung des Kniegelenks und Schmerzen im Knie. Neben der natürlichen Abnutzung sind es vorwiegend langfristige übermäßige Belas­tungen wie Joggen oder berufliche Tätigkeiten im Knien, durch die die Abnützung vorangetrieben wird.

Eine Achsabweichung – umgangssprachlich sogenannte X- oder O-Beine, Vorerkrankungen wie rheumatoide oder bakterielle Arthritis, Gelenks­dys­plasien oder auch durchgemachte Verletzungen des Kniegelenks können ebenso zur Entstehung von Gonarthrose beitragen, wie Übergewicht, Adipositas, endokrine Faktoren und Stoffwechselerkrankungen.

Das Ziel einer Therapie ist die Erhöhung beziehungsweise Wiederherstellung der Lebensqualität: einerseits durch Schmerzlinderung, anderserseits durch eine Erhöhung der Beweglichkeit und Gehleistung sowie eine Verzögerung des Fortschreitens der Gonarthrose. In diesem Zusammenhang stellt Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose eine mögliche Therapieoption dar, ­wobei Hyaluronsäure ein wichtiger, natürlicher Bestandteil des Bindegewebes und Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit, dem »Schmiermittel« aller Gelenkbewegungen, ist.

Injektionen mit Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose können die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit steigern, wobei nach wenigen Monaten diese Verbesserungen meist nicht mehr nachweisbar sind. Ihr Nutzen sollte deswegen nicht überschätzt werden. Angewendet wird die Therapie daher bei Erwachsenen, die eine Linderung von mäßigen bis starken Schmerzen und Symptomen der Gelenke bei Arthrose wünschen.

SYSADOA werden wie symptomatische Therapien (NSAR) in die 1. Therapiestufe der Gonarthrose eingeordnet. Hyaluronsäureinfiltrationen speziell gehören für viele orthopäden zur Standardbehandlung von geringen und mittelgradigen Kniegelenksarthrose. Bei bestehendem Knorpelschaden erfolgt der Einsatz von Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose altersunabhängig.

Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose gehört wie der Einsatz der bekannten Substanze Glucosamin und Chondroitin sowie anderen Optionen zu den sogenannten Sys­temic Slow Acting Drugs – abgekürzt SYSADOA.

Auch nach Operationen am Arthroseknie, bei welchen kein Knorpelersatz erfolgt – keine Endoprothese, kein Schlitten – und ein Knorpelschaden besteht, kann Hyaluronsäure bei Kniegelenksarthrose eingesetzt werden.

Bei Patienten mit Allergien beziehungsweise Unverträglichkeiten gegenüber Hyaluronaten – bei jeglichen Hinweisen auf bakterielle Arthritis oder Immundefekte und natürlich bei fehlender Indikation – sollten allerdings keine Infiltrationen mit Hyaluronsäure durchgeführt werden.