Kniegelenk schmerzen in der nacht

Meistens verschwinden die Nachtschmerzen nach nur einigen Tagen. Falls sie allerdings länger anhalten sollten, muss ein Arzt aufgesucht werden. So können die Nachtschmerzen auch durch chronische Erkrankungen herbeigeführt werden. Diese Erkrankungen beeinflussen das Herz-Kreislauf System negativ und sollten auf jeden Fall untersucht werden. Falls nach den Nachtschmerzen auch am Morgen eine Morgensteifigkeit auftritt, muss sofort ein Arzt um Rat gefragt werden.

Man unterscheidet z. B. drückenden, ziehenden, reißenden, stechenden oder brennenden Schmerz. Der Arzt oder Therapeut kann durch eine gute Beschreibung von Qualität, Lokalisation und der Angabe, ob der Schmerz in Ruhe oder Bewegung auftritt, verschiedene Muster erkennen. Wenn eine Symptomatik immer wieder zur gleichen Zeit oder bei einer bestimmten Haltung auftritt, sollte in jedem Fall zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden.

Außerdem können die Schmerzen nicht nur nachts auftreten, sondern auch am Morgen, so dass der Alltag eingeschränkt wird. Zudem kann es an den Gelenken zu einem Verschleiß des Gelenkknorpels kommen, der Arthrose. Dieser degenerative Prozess ist nicht wieder reversibel. Der Gelenkknorpel kann so stark abgenutzt werden, so dass die beiden Knochen, die das Gelenk bilden, aufeinander reiben und so stärkste Schmerzen verursachen. Die Knochen können dabei trümmern und es bilden sich Hohlräume in den Knochen (Geröllzysten). Das Gelenk entzündet sich während dieses Prozesses und schwillt dabei an.

Oftmals sind bei Verschleißerscheinungen auch Veränderungen oder Verdickungen an der Kapsel erkennbar. Bei der Funktionsüberprüfung können Krepitationsgeräusche wahrgenommen werden oder es wird ein Bewegungsschmerz vom Patienten angegeben. Der Ruhe- oder Nachtschmerz wird ausgelöst, wenn die Arthrose „aktiviert“ ist, d. h. ein entzündlicher Vorgang in der Gelenksflüssigkeit abläuft. Dabei wird zunehmend Knorpel angegriffen und abgebaut.

Bei diesen Erkrankungen sind Ruheschmerzen keine Seltenheit. Vor allem nach Überlastungen klagen die Patienten über eine anhaltende Symptomatik. Weiterhin kann nach Verletzung z. B. der Schulter oder des Knies sowie Operationen mit anschließender Ruhigstellung eine ähnliche Symptomatik auftreten. Bei Beteiligung des Kapsel-Band-Apparates sind die Strukturen oftmals gereizt und reagieren empfindlich.

Bei Gelenkerkrankungen, der häufigsten Ursache für Nachtschmerz, kann diagnostisch durch Röntgen, Blutbild und einer umfassenden Funktionsprüfung des betroffenen Gelenks vorgegangen werden. Der Gelenksverschleiß ist meist auf der Bildgebung sichtbar. Mittels visuellem und Tastbefund kann die Diagnose präzisiert werden.

Nachtschmerzen entstehen häufig durch Gelenkschmerzen (Arthralgie), was verschiedene Komplikationen hat. Zum einen kann die Symptomatik zu unruhigen Nächten führen, so dass am nächsten Tag ein Schlafmangel herrscht und damit die Konzentration und Leistungsfähigkeit abnimmt, so dass der berufliche Alltag und das Sozialleben stark beeinträchtigt wird. Auch herrscht beim Betroffenen eine gewisse Gereiztheit.

Die Betroffenen sollten immer dann einen Arzt aufsuchen, wenn sie sich durch die auftretenden Schmerzen erheblich in ihrem Schlaf beeinträchtigt sehen. Treten die Schmerzen hingegen bloß gelegentlich und ohne gravierende Einschränkungen auf, so ist ein Arztbesuch nicht unbedingt zwingend.

Oft treten die Nachtschmerzen nicht nur nachts auf, sondern auch mitten am Tag. Es können Verspannungen in den Gelenken entstehen, die zu starken Schmerzen führen. Eine allgemeine Therapie existiert nicht, in der Regel werden bei der Behandlung den Schmerzen und Entzündungen vorgebeugt. Sie findet vor allem durch Dehnübungen statt, sodass die chronischen Schmerzen gelindert werden können. Ob die Behandlung erfolgreich ist, hängt stark vom physischen Zustand des Patienten ab.

Hier eine Auswahl der möglichen Ursachen für Schmerzen im Bein und charakteristische Symptome, die allerdings nicht immer eindeutig einzelnen, konkreten Erkrankungen zugeordnet werden können. Dementsprechend gilt es bei Beschwerden im Beinbereich im Zweifelsfall immer den Arzt aufzusuchen, um die exakte Ursache aufspüren und behandeln zu können.

In der Regel erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Geklärt werden unter anderen folgende Punkte:

Restless-Legs-Syndrom (RLS): Typisch für das Restless-Legs-Syndrom sind Schmerzen oder Missempfindungen in beiden Beinen, die vor allem in Ruhe und im Liegen auftreten – besonders nachts. Die Beschwerden lassen bei Bewegung in der Regel nach, der Bewegungsdrang ist groß. Hinter dem Restless-Legs-Syndrom steht vermutlich eine Störung im Botenstoffwechsel.

Der Weg zur Diagnosestellung bei Beinschmerzen ist sehr individuell. Denn die Beschwerden haben vielfältige Ursachen und können sowohl im Bereich der Muskeln und Gelenke, aber auch den Blutgefäßen oder dem Nervensystem ihren Ausgang haben.

Bandscheibenvorfall und Nervenreizungen an der Wirbelsäule durch blockierte Wirbel oder Ischiasprobleme (Ischialgie) verursachen brennende, stechende Schmerzen, die in die Oberschenkel, zum Teil bis in den Fuß ausstrahlen. Auch ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln kann auftreten.

Beinschmerzen beziehungsweise Beschwerden im Beinbereich können mit unterschiedlichen Auslösern in Verbindung stehen. Je nach Ursache unterscheidet sich auch die Art und Ausprägung des Schmerzes beziehungsweise auch die mit den Beschwerden einhergehenden Begleitsymptome.

Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK): Arterielle Durchblutungsstörung, bei der Schmerzen in einem Bein – je nach Stadium − im Gehen auftreten und sich bessern, wenn man einige Minuten lang stehen bleibt.

Krampfadern: Typisch ist die sichtbare Erweiterung der Venen sowie ein Spannungs- und Schweregefühl insbesondere im unteren Beinbereich. Die Beschwerden lassen in der Regel im Liegen oder bei Bewegung nach.

Auf Basis dieses sogenannten Anamnese-Gesprächs erfolgen üblicherweise eine körperliche Untersuchung (zum Beispiel Test von Druckschmerz), körperliche Funktionstests, eine Blickdiagnose (Liegen Krampfadern vor?) durch den Arzt.